Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Osten Europas hat sich die Debatte um die deutsche Energieversorgung gedreht. Obgleich die Energiewende schon seit mehreren Jahren ein prioritäres Thema in der Gesellschaft ist, hat sie durch die Motivation, von russischem Erdgas unabhängig zu werden, einen zusätzlichen Schub erhalten. Das Forschungsprojekt ExtrA thematisiert Handlungsbereitschaften im Bereich der privaten Wärmeversorgung seitens Bürger:innen in Deutschland vor dem Hintergrund von Extremereignissen wie dem russischen Angriffskrieg.
Graswurzelbewegung bei der Energiewende: Die Rolle von Extremereignissen für die gesellschaftliche Akzeptanz nachhaltiger Wärmeversorgung
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Methoden und Vorgehen
Das Projektteam analysiert mit zwei großangelegten, zeitlich versetzten Umfragestudien mit Discrete Choice Experimenten (DCE) Einstellungen zu verschiedenen Wärmeversorgungsoptionen im zeitlichen Verlauf. Dies ermöglicht es, aufzuzeigen, wie sich Einstellungen und Akzeptanz entwickeln, und Aussagen über die Dauerhaftigkeit eventueller Einstellungsänderungen zu treffen. Die Ergebnisse der Umfragestudien werden in Bürgerdialogformaten genutzt, um unter anderem konkret auszuarbeiten, wie Eigenheimbesitzer:innen und Mieter:innen noch niedrigschwelliger dazu motiviert werden können, die Nutzung fossiler Brennstoffe bei der Wärmeversorgung zu substituieren.
Erwartete Wirkungen und Ergebnisse
Die Ergebnisse der Choice Experimente und der Bürgerdialogformate bilden die Datengrundlage für ein interaktives Web-Tool, das mithilfe einer integrierten Multi-Criteria-Decision-Analysis Akzeptanz- und Präferenzhinweise zu Wärmeversorgungsoptionen liefern kann. Das Tool wird auf einer frei zugänglichen Website bereitgestellt und ermöglicht es, auf Basis interaktiv veränderbarer Daten abzuschätzen, wie sich Präferenzen bei veränderten Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger bezüglich Wärmeversorgungsoptionen entwickeln würden.
Laufzeit
April 2023 – März 2026
Projektleitung
- Prof. Dr. Stefan Vögele
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Institute of Climate and Energy Systems Jülich Systems Analysis Forschungszentrum Jülich
+49 151 407 322 99
s.voegele(at)fz-juelich.de
Projektpartner
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Forschungszentrum Jülich, Institute of Climate and Energy Systems
52425 Jülich -
Helmholtz-Zentrum, Climate Service Center Germany (GERICS)
21502 Geesthacht -
Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF), Lehrstuhl für Allgemeine Volkswirtschaftslehre
09596 Freiberg -
Fachhochschule Aachen
52428 Jülich