InWaMod

Innovative Wärmeservice-Modelle: Neue Wege aus dem Mieter-Vermieter-Dilemma bei der energetischen Modernisierung

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Deutschland hinkt den Klimazielen hinterher. Gleichzeitig ist die Klimapolitik häufig nicht sozial ausgeglichen. Vor allem im Gebäudesektor besteht erheblicher Handlungsbedarf. Weder die politischen Rahmenbedingungen noch das aktuelle Mietrecht setzen wirkungsvolle Investitionsanreize für Vermieter. Mieter werden häufig übermäßig belastet. Aufgrund dieses sogenannten Vermieter-Mieter-Dilemmas zögern Hausbesitzer bei energetischen Sanierungen. Um dieses Dilemma zu lösen, verfolgt das Projekt „InWaMod“ das Ziel, Teilwarmmietmodelle zu untersuchen und auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen. 

Methoden und Vorgehen 

Das Projekt untersucht, ob sich Teilwarmmietmodelle rechtlich umsetzen lassen, welche ökonomischen Anreize sich daraus langfristig für Vermieter ergeben, wie innovative Messtechnik dabei behilflich sein kann und inwieweit diese Modelle bei Vermietern, Mietern und Experten auf Zustimmung oder Ablehnung stoßen. Dazu wurden unter Beteiligung von Praxispartnern in einem Reallabor umfangreiche Befragungen und Experimente sowie ökonomische und rechtliche Analysen durchgeführt. Bestehende Teilwarmmietmodelle wurden analysiert, weiterentwickelt und unter variierenden Randbedingungen getestet. 

Erwartete Ergebnisse und Wirkung 

Die Projektpartner haben eine neue Variante der Teilwarmmiete entwickelt: Das „Fair-Miet-Modell“ zeigt vielversprechende Resultate: Mieter profitieren, da die Warmmiete nach einer energetischen Sanierung nicht steigt. Für Vermieter bietet es langfristig einen stabileren Investitionsanreiz als das bisherige Kaltmietensystem mit Modernisierungsumlage – vor allem bei ausreichender staatlicher Förderung und CO2-Bepreisung. Das Projekt zeigt, dass ein Systemwechsel mit EU-Recht vereinbar ist und mit den Grundrechten beider Mietparteien im Einklang steht – bei überschaubarem Umstellungsaufwand. Auch bei Experten, Vermietern und Mietern stößt das Modell auf Interesse, auch wenn die Umsetzung herausforderungsvoll bleibt.

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Laufzeit

Juli 2023 – März 2026

Projektleitung
Projektpartner
  • address Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
    80801 München
  • address Institut Wohnen und Umwelt (IWU)
    64295 Darmstadt
  • address Universität Kassel
    34119 Kassel
  • address Westsächsische Hochschule Zwickau
    08066 Zwickau
Mehr Informationen

Dr. Simon Möller

address Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
80801 München
address Technische Universität München
80333 München
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Philip Ulrich

address Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS)
49080 Osnabrück
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Beitrag in Sammelband

Teilwarmmietmodelle zur Lösung des Vermieter-Mieter-Dilemmas

Das Vermieter-Mieter-Dilemma gilt als eine der bedeutendsten Barrieren auf dem Weg zu mehr Investitionen in einen energieeffizienten Gebäudebestand. Eine Erhöhung der Energieeffizienz ist aber auch Voraussetzung für eine Elektrifizierung der Wärmeversorgung mithilfe von Wärmepumpen und ganz allgemein für den Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand. Teilwarmmietmodelle bieten eine Möglichkeit, die durch das Vermieter-Mieter-Dilemma verzerrten Anreizstrukturen zu korrigieren. Der Beitrag stellt eine Systematik vor, mit der verschiedene Modelle sowohl untereinander als auch mit dem Status quo des Kaltmietenmodells verglichen und ihr Verhalten unter verschiedenen Randbedingungen analysiert werden können. 

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Video

Das Fair-Miet-Modell. So gelingt die Wärmewende

Das Mieter-Vermieter-Dilemma besteht darin, dass der Vermieter für die Heizungsanlage und für die Gebäudehülle zuständig ist, der Mieter hingegen für die Regelung der Thermostate und das Lüften der Wohnung. Beide Seiten tragen auf diese Weise zum Energieverbrauch bei. Einsparung von Energie und CO2 sind auf beiden Seiten möglich: Auf Seiten des Vermieters, indem er zum Beispiel auf regenerative Energieträger umstellt oder die Wohnungen besser isoliert. Auf Seiten des Mieters, indem er die Wohnung nicht überheizt und nicht durch Dauerlüften unnötig auskühlen lässt. Bisher bestehen hier einseitig nur für die Mieter finanzielle Sparanreize: Mit den aktuell gültigen Regeln der Heizkosten-Verordnung zahlen die Mieter die Kosten für die Energie, die zum Heizen des Hauses benötigt wird.

Hier gibt es mehrere Vorschläge, wie die Lasten und damit die Anreize zum Sparen angemessener verteilt werden können. Der Erklärfilm zur „Fair-Miete“, einem Vorschlag zur Teilwarmmiete, entstand im Projekt InWaMod und stellt das im Projekt entwickelte Teilwarmmietmodell vor. 

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