Obwohl bereits erste Fortschritte erzielt wurden – etwa durch einen hohen Anteil erneuerbarer Energien bei der eigenen Stromerzeugung – bestehen Abhängigkeiten von externen Energiequellen und Investitionsgebern sowie große regionale Unterschiede in der Umsetzung der Dekarbonisierungsmaßnahmen. Unternehmen sehen sich häufig mit politischen Unsicherheiten, bürokratischen Hürden und mangelnder Planungssicherheit konfrontiert. Auch Beteiligungsdefizite und Vertrauensverluste in der Bevölkerung erschweren den Fortschritt.
Das Papier zeigt, dass soziale Ängste und Ungerechtigkeitsempfinden – etwa Sorge um Arbeitsplätze oder die Verteilung der Energiewendekosten – zu Widerständen und Konflikten führen können, die von politischer Polarisierung zusätzlich verstärkt werden. Erfolgreiche Dekarbonisierung gelingt dort, wo Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eng zusammenarbeiten. Stabile Netzwerke, transparente Kommunikation und echte Bürgerbeteiligung stellen vielversprechende Ansätze für zentrale Erfolgsfaktoren dar. Auch klare staatliche Strategien, eine faire Verteilung von Kosten und Nutzen sowie die Einbindung intermediärer Organisationen, um Dialog und Umsetzung zu fördern, zeichnen sich als zentrale Hebel ab.
Auf Basis dieser Zwischenergebnisse werden im weiteren Projektverlauf Fallstudien in exemplarischen Industrieregionen in Thüringen durchgeführt, um konkrete Handlungsempfehlungen und Umsetzungsstrategien zu entwickeln. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Dekarbonisierung sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und regional anschlussfähig gestaltet werden kann.